Künstler sind meist besonders für die Jugendlichen große Vorbilder. Ganz besonders Teilnehmer und Gewinner von Castingshows sind sehr beliebt. Sie vermitteln den Jugendlichen, dass man es auch aus ärmlichen Verhältnissen zu etwas im Leben bringen kann. Immer öfter sind die Gewinner der Shows jedoch gescheiterte Existenzen. Mark Medlock ist ein gutes Beispiel dafür, denn zum Zeitpunkt seines Sieges war er verschuldet und Hartz IV-Empfänger. In der letzten Staffel fiel besonders Menowin Fröhlich negativ auf, der nun voraussichtlich zurück ins Gefängnis muss, da er nicht in der Lage war, seine Bewährungsauflagen einzuhalten. Dennoch hat der Verbrecher unglaublich viele Fans.
Am 22. September findet in einer Ingolstädter Hauptschule die Veranstaltung "Pack deine Zukunft an" statt, die von dem "Deutschland sucht den Superstar"-Gewinner Mehrzad Marashi (30) und Teilnehmer Thomas "Der Checker" Karaoglan (17) unterstützt wird. Die beiden wollen ihren Bekanntheitsgrad nutzen, um Schülern, die kurz vor dem Abschluss stehen, ein Vorbild zu sein. Die berufliche Orientierung, sowie die Suche nach einem Ausbildungsplatz, liegt den beiden Künstlern sehr am Herzen. Unterstützt wird die Veranstaltung von der "Agentur für Arbeit".
Mehrzad Marashi und Thomas “der Checker” Karaoglan (c) RTL
Besonders interessant hierbei und fast schon lächerlich ist der Sachverhalt, dass Mehrzad Marashi es nicht geschafft hat, bis zum heutigen Tage eine Ausbildung zu absolvieren. Vorbildfunktion Fehlanzeige. Wie soll jemand Jugendlichen ein Vorbild sein, sie bei der Orientierung und Ausbildungssuche unterstützen, wenn er die Wege bisher selbst nie beschritten hat? Letztendlich hat er nach dem Ende seiner Karriere nichts, worauf er für die Zukunft aufbauen kann.
Die einzige Perspektive für den Künstler war die Castingshow, doch nach dem Bruch mit Dieter Bohlen scheint der Erfolg nur von kurzer Dauer zu sein. Die Tour wurde abgesagt und Marashi ist fast ausschließlich nur noch auf provinziellen Festivals zu sehen. Die Organisatoren sollten sich für die Zukunft bessere Vorbilder an Bord holen, wenn sie nicht die nächste Hartz-IV Generation erschaffen wollen.